
Als Sandra Meierhofer am Sonntagabend die Farbeimer im Baumarkt zwischen die Regale zurückstellte, wusste sie nicht mehr, wo ihr der Kopf stand. Drei Stunden zuvor war sie mit der klaren Absicht losgefahren, ihr Wohnzimmer an einem Wochenende neu zu streichen. Jetzt stand sie vor der Frage, ob zwanzig Quadratmeter Wand wirklich zwei Eimer Farbe brauchen oder doch drei, ob die alte Raufasertapete erst abgezogen werden muss und wie viel ein Maler eigentlich verlangen würde, wenn sie das Ganze doch lieber jemandem überlassen würde, der sich auskennt. Diese Unsicherheit teilen viele Menschen, die vor einem Innenanstrich stehen. Die Kosten und der Ablauf wirken auf den ersten Blick überschaubar, entpuppen sich beim genaueren Hinsehen aber als ein Geflecht aus Materialfragen, Zeitaufwand und individuellen Gegebenheiten der eigenen vier Wände.
Die Kosten für den Innenanstrich verstehen
Wer sich mit dem Gedanken trägt, Räume neu streichen zu lassen, stößt schnell auf sehr unterschiedliche Preisangaben, und das hat einen einfachen Grund: Der Zustand der Wände entscheidet oft mehr über die Kosten als die reine Fläche. Eine glatte, bereits weiß gestrichene Wand, die lediglich einen neuen Anstrich in ähnlichem Farbton bekommen soll, ist mit vergleichsweise wenig Aufwand erledigt. Anders sieht es aus, wenn Risse gespachtelt, alte Tapeten entfernt oder dunkle Farben mit mehreren Schichten überdeckt werden müssen. Handwerksbetriebe kalkulieren in der Regel nach Quadratmetern und veranschlagen für einen einfachen Anstrich ohne Vorarbeiten häufig zwischen zehn und zwanzig Euro pro Quadratmeter Wandfläche. Kommen Untergrundvorbereitung, Abkleben von Steckdosen und Fensterrahmen oder das Grundieren stark saugender Flächen hinzu, steigen die Preise spürbar, mitunter auf das Doppelte oder mehr. Decken werden meist separat berechnet, da über Kopf zu arbeiten anstrengender ist und oft mehr Zeit kostet als gedacht.
Der Ablauf eines Innenanstrichs
Wer selbst zum Pinsel greift, spart zwar die Lohnkosten, muss aber ebenfalls kalkulieren, und zwar nicht nur mit dem Preis für die Farbe. Ein Liter hochwertige Innenwandfarbe kostet je nach Marke und Deckkraft zwischen fünf und fünfzehn Euro, wobei sich die Ergiebigkeit stark unterscheidet. Günstige Farben decken oft weniger gut und verlangen einen zweiten oder gar dritten Anstrich, was den vermeintlichen Preisvorteil schnell wieder auffrisst. Hinzu kommen Abdeckfolien, Malerkrepp, Rollen, Pinsel in verschiedenen Größen und eventuell eine Grundierung für Flecken oder Nikotinrückstände. Wer diese Posten zusammenrechnet, landet bei einem mittelgroßen Zimmer schnell bei fünfzig bis hundert Euro reinen Materialkosten, selbst wenn keine professionelle Hilfe hinzugezogen wird. Der eigentliche Preis, den viele unterschätzen, ist jedoch die Zeit. Ein Raum von fünfzehn bis zwanzig Quadratmetern ist inklusive Abkleben, Möbelrücken und Trocknungszeiten zwischen den Anstrichen selten an einem einzigen Tag fertig, wenn man es sorgfältig angehen möchte.
Genau an diesem Punkt setzt der Ablauf an, den erfahrene Maler und geübte Heimwerker gleichermaßen einhalten, auch wenn sich das Tempo unterscheidet. Am Anfang steht immer die Bestandsaufnahme des Raumes. Wände werden auf Risse, Löcher oder abblätternde Farbe geprüft, denn jeder Mangel, der jetzt übersehen wird, zeichnet sich später durch die neue Farbschicht hindurch ab. Kleinere Löcher lassen sich mit Spachtelmasse in wenigen Minuten schließen, müssen aber vor dem Streichen vollständig durchtrocknen, was je nach Raumklima einen halben bis ganzen Tag dauern kann. Danach folgt das Abkleben sämtlicher Übergänge: Fensterrahmen, Türzargen, Steckdosen, Fußleisten und Lichtschalter werden mit Kreppband geschützt, während Fußböden und Möbel unter Folien verschwinden. Dieser Schritt wirkt zeitraubend und wird deshalb oft unterschätzt, doch er entscheidet maßgeblich über das spätere Erscheinungsbild und darüber, wie viel Nacharbeit später beim Säubern von Farbspritzern nötig ist.
Ist die Vorbereitung abgeschlossen, folgt bei Bedarf die Grundierung. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn stark saugende Untergründe wie frisch verputzte Wände vorliegen, wenn Farbunterschiede ausgeglichen werden sollen oder wenn Flecken, etwa von Feuchtigkeit oder Rauch, verhindern könnten, dass die Deckfarbe gleichmäßig hält. Eine gute Grundierung erspart später oft einen kompletten zusätzlichen Anstrich, weshalb sich die Investition an dieser Stelle meist auszahlt, auch wenn sie den Zeitplan um einen weiteren Trocknungstag verlängert. Erst wenn die Grundierung vollständig durchgetrocknet ist, beginnt der eigentliche Anstrich mit der gewählten Wandfarbe. Hier empfiehlt sich, zunächst die Ecken und Kanten mit einem kleineren Pinsel vorzustreichen, bevor mit der Rolle die großen Flächen bearbeitet werden. Wer in gleichmäßigen, sich leicht überlappenden Bahnen arbeitet und dabei stets von der noch nassen in Richtung der bereits gestrichenen Fläche rollt, vermeidet sichtbare Ansätze, die später wie Schatten auf der Wand wirken.
Zwischen dem ersten und zweiten Anstrich liegt in der Regel eine Trocknungszeit von mehreren Stunden, häufig wird empfohlen, über Nacht zu warten, bevor die zweite Schicht aufgetragen wird. Diese zweite Schicht ist bei den meisten Farben notwendig, um eine wirklich deckende und gleichmäßige Optik zu erzielen, insbesondere wenn ein deutlicher Farbwechsel stattfindet, etwa von einem kräftigen Blauton zu einem hellen Weiß. Wer diesen Schritt aus Ungeduld überspringt, riskiert, dass die alte Farbe stellenweise durchschimmert, was sich im Nachhinein nur schwer korrigieren lässt, ohne von vorn zu beginnen. Nach dem letzten Anstrich braucht die Farbe erneut Zeit zum vollständigen Aushärten, bevor das Klebeband entfernt wird. Wird es zu früh abgezogen, können Farbreste mitreißen und unschöne Kanten hinterlassen; wird zu lange gewartet, verklebt das Band mit der Farbschicht und lässt sich nur schwer rückstandsfrei lösen. Dieser scheinbar kleine Moment gehört zu den Details, die über ein professionell wirkendes Ergebnis oder ein sichtbar selbstgemachtes Resultat entscheiden.
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Am Ende zeigt sich, dass ein Innenanstrich zwar auf den ersten Blick wie eine überschaubare Wochenendaufgabe erscheint, in der Praxis aber eine Reihe von Entscheidungen verlangt, die Kosten und Zeitaufwand gleichermaßen beeinflussen. Wer den Zustand der Wände realistisch einschätzt, ausreichend Material einplant und die Trocknungszeiten respektiert, kann auch in Eigenregie ein Ergebnis erzielen, das sich sehen lassen kann. Wer hingegen wenig Zeit hat oder größere Vorarbeiten wie das Verputzen von Rissen oder das Entfernen alter Tapeten scheut, fährt oft besser damit, einen Fachbetrieb zu beauftragen, auch wenn das mit höheren, aber dafür planbaren Kosten verbunden ist. Sandra Meierhofer entschied sich übrigens für einen Mittelweg: Sie strich die einfachen Wandflächen selbst und ließ lediglich die schwierige, stark beschädigte Wand hinter dem alten Kaminofen von einem Maler ausbessern und grundieren. Am Ende hatte sie ein frisches Wohnzimmer, ohne ihr gesamtes Wochenende und ihr gesamtes Budget dafür geopfert zu haben.
Betriebe für Innenanstrich
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Coloris Maler- und Ausbauwerkstätten GmbH
Egerstr. 2, 65205 Wiesbaden
Maler in Mannheim gesucht? Die Coloris GmbH ist Ihr Malerbetrieb für Innenanstrich, Fassadenarbeiten und Renovierung in Mannheim.
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InnenanstrichHäufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Innenanstrich pro Quadratmeter?
Die Kosten für einen Innenanstrich liegen in der Regel zwischen zehn und zwanzig Euro pro Quadratmeter, abhängig vom Zustand der Wände und den notwendigen Vorarbeiten.
Wie lange dauert ein Innenanstrich?
Ein Innenanstrich kann je nach Größe des Raumes und der Anzahl der Anstriche mehrere Tage in Anspruch nehmen, insbesondere wenn Trocknungszeiten berücksichtigt werden.
Was muss ich vor dem Streichen beachten?
Vor dem Streichen sollten Wände auf Risse und Löcher geprüft und gegebenenfalls vorbereitet werden. Auch das Abkleben von Übergängen ist wichtig für ein sauberes Ergebnis.
Kann ich die Farbe selbst auswählen?
Ja, die Auswahl der Farbe liegt ganz bei Ihnen. Achten Sie jedoch auf die Deckkraft und Ergiebigkeit der Farbe, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Wann sollte ich einen Maler beauftragen?
Wenn Sie wenig Zeit haben oder umfangreiche Vorarbeiten wie das Entfernen alter Tapeten oder das Verputzen von Rissen scheuen, ist es ratsam, einen Maler zu beauftragen.



