
Als die Gerüstbauer an einem Montagmorgen im März vor dem Mehrfamilienhaus in der Schillerstraße anrücken, steht Familie Bergmann noch im Schlafanzug am Küchenfenster und beobachtet das Treiben mit einer Mischung aus Neugier und leiser Sorge. Sechs Wochen, hatte der Maler bei der Auftragsvergabe gesagt. Sechs Wochen, in denen das Haus hinter Planen verschwinden würde, in denen Staub, Lärm und ein ständiges Kommen und Gehen von Handwerkern den Alltag prägen sollten. Was die Bergmanns damals nicht wussten: Eine Fassadenbeschichtung ist kein einheitlicher Vorgang, sondern eine choreografierte Abfolge von Arbeitsschritten, bei der jede Phase ihre eigene Zeit braucht und Wetter, Untergrund sowie Materialwahl den Takt vorgeben.
Die ersten Schritte im Fassadenbeschichtungsprozess
Am Anfang steht immer die Bestandsaufnahme, auch wenn sie von außen unspektakulär wirkt. Ein Fachbetrieb prüft die vorhandene Fassade auf Risse, Feuchtigkeitsschäden, losen Putz oder alte Anstriche, die nicht mehr tragfähig sind. Diese Untersuchung entscheidet darüber, wie aufwendig die Vorbereitung wird, und genau hier liegt einer der größten Zeitfresser im gesamten Projekt. Bei der Schillerstraße zeigte sich schon am zweiten Tag, dass unter dem alten Anstrich mehrere Stellen abblätterten und der Putz an der Nordseite deutliche Feuchtigkeitsspuren aufwies. Solche Überraschungen sind keine Seltenheit, gerade bei älteren Gebäuden, und sie verlängern den ursprünglich kalkulierten Zeitrahmen fast immer um einige Tage. Erst wenn der Untergrund gereinigt, ausgebessert und grundiert ist, kann die eigentliche Beschichtung beginnen, und diese Vorarbeit macht bei vielen Projekten fast die Hälfte der gesamten Bauzeit aus.
Der Aufbau des Gerüsts und die Reinigung der Fassade
Das Gerüst, das die Bergmanns morgens beobachtet hatten, ist dabei mehr als nur eine Aufstiegshilfe für die Handwerker. Es muss so aufgebaut sein, dass sämtliche Fassadenflächen sicher erreichbar sind, inklusive Erker, Balkone und Dachkanten. Der Aufbau selbst dauert je nach Gebäudegröße ein bis drei Tage, wird aber in der Gesamtplanung oft unterschätzt, weil er parallel zu anderen Vorbereitungen läuft. Sobald das Gerüst steht, folgt die Reinigung der Fassade, meist per Hochdruckreiniger, um Algen, Moos, losen Schmutz und alte, sich lösende Farbschichten zu entfernen. Diese Reinigung braucht anschließend Trocknungszeit, und genau hier zeigt sich, wie stark das Wetter über den Zeitplan bestimmt. Regnet es tagelang oder bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch, verzögert sich jeder folgende Schritt, weil Beschichtungen grundsätzlich nur auf trockenem Untergrund halten.
Nach der Trocknung kommen die Ausbesserungsarbeiten, die in der Schillerstraße wegen der Feuchtigkeitsschäden besonders zeitintensiv ausfielen. Risse werden verspachtelt, poröse Stellen ausgekratzt und neu verputzt, lose Putzpartien komplett entfernt und erneuert. Diese Arbeiten erfordern wiederum Trocknungs- und Aushärtezeiten, die je nach Material zwischen einem und mehreren Tagen liegen können. Erst wenn der Untergrund vollständig stabil und trocken ist, wird grundiert. Die Grundierung sorgt dafür, dass die nachfolgende Beschichtung gleichmäßig haftet und nicht unterschiedlich stark in den Putz einzieht, was später zu Farbunterschieden führen würde. Auch sie braucht Zeit zum Durchtrocknen, üblicherweise zwischen zwölf und vierundzwanzig Stunden, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
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Erst dann beginnt das, was viele Laien für den eigentlichen Kern der Arbeit halten: das Auftragen der Beschichtung selbst. Je nach gewähltem System, ob Silikatfarbe, Silikonharzfarbe oder eine mineralische Beschichtung, unterscheiden sich sowohl die Verarbeitungszeit als auch die Anzahl der nötigen Anstriche. In den meisten Fällen werden zwei Schichten aufgetragen, wobei zwischen den Durchgängen wieder Trocknungspausen liegen, die üblicherweise einen ganzen Tag beanspruchen. Bei der Schillerstraße entschied sich die Eigentümergemeinschaft für eine Silikonharzfarbe, die zwar in der Anschaffung etwas teurer war, aber eine bessere Witterungsbeständigkeit und Selbstreinigung verspricht. Die Maler arbeiteten sich Fassadenseite für Fassadenseite vor, wobei sonnige, windige Tage die Trocknung beschleunigten, während bewölktes, feuchtes Wetter die Arbeiten mehrfach unterbrach. Insgesamt zog sich dieser Abschnitt über zwei volle Wochen hin, deutlich länger als ursprünglich veranschlagt.
Am Ende steht die Nachbereitung, die oft unterschätzt wird, obwohl sie für das Gesamtbild entscheidend ist. Fensterbänke, Sockelbereiche und Anschlüsse an Dach oder Balkon werden nachgearbeitet, Schutzfolien entfernt, die Baustelle gereinigt und das Gerüst abgebaut. Bei den Bergmanns dauerte allein der Gerüstabbau samt Endreinigung noch einmal zwei Tage, bevor das Haus wieder ohne Planen dastand und die neue Fassade in vollem Glanz sichtbar wurde. Insgesamt vergingen von der ersten Bestandsaufnahme bis zum letzten Handwerkerfahrzeug, das die Straße verließ, gut acht Wochen, zwei mehr als ursprünglich geplant. Der Grund lag weniger an mangelnder Organisation als an den unvorhersehbaren Faktoren, die bei einer Fassadenbeschichtung praktisch immer eine Rolle spielen: der tatsächliche Zustand des Untergrunds, die Wetterlage während der entscheidenden Trocknungsphasen und die schiere Größe der zu bearbeitenden Fläche.
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Wer selbst eine Fassadenbeschichtung plant, tut daher gut daran, sich nicht an starren Wochenangaben zu orientieren, sondern den Ablauf als eine Kette voneinander abhängiger Schritte zu verstehen, bei der jede Verzögerung an einer Stelle sich auf die folgenden überträgt. Ein realistischer Zeitrahmen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt zwischen drei und fünf Wochen, bei größeren Mehrfamilienhäusern wie in der Schillerstraße können es, wie das Beispiel zeigt, durchaus sechs bis acht Wochen werden. Wer diese Zeit einplant und nicht mit einem festen Enddatum verknüpft, erspart sich unnötigen Stress und kann die Bauphase gelassener begleiten, so wie es die Bergmanns am Ende auch taten, als sie nach zwei Monaten wieder ohne Gerüst vor ihrem Küchenfenster standen und die neue, gleichmäßig helle Fassade betrachteten.
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Innenanstrich in Leichlingen. Leistungen: Bodenbeschichtung, Lackierarbeiten, Trockenbau, Fassaden.
InnenanstrichHäufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Fassadenbeschichtung?
Die Dauer einer Fassadenbeschichtung variiert je nach Gebäudegröße und Zustand. Im Durchschnitt kann man mit drei bis acht Wochen rechnen.
Welche Schritte sind im Ablauf einer Fassadenbeschichtung enthalten?
Der Ablauf umfasst die Bestandsaufnahme, Reinigung, Ausbesserungsarbeiten, Grundierung und das Auftragen der Beschichtung.
Beeinflusst das Wetter die Fassadenbeschichtung?
Ja, das Wetter hat großen Einfluss auf den Zeitplan, besonders während der Trocknungsphasen. Hohe Luftfeuchtigkeit oder Regen können Verzögerungen verursachen.
Was passiert, wenn der Untergrund schlecht ist?
Ein schlechter Untergrund kann zu unerwarteten Verzögerungen führen, da zusätzliche Ausbesserungsarbeiten notwendig werden.
Wie kann ich mich auf eine Fassadenbeschichtung vorbereiten?
Planen Sie ausreichend Zeit ein, informieren Sie sich über den Ablauf und halten Sie Kontakt zu den Handwerkern, um den Fortschritt zu verfolgen.


