
Als der alte Boiler im Keller der Familie Reinholz im dritten Winter in Folge streikte, stand Markus Reinholz mit einer Taschenlampe vor einem tropfenden Metallzylinder und fragte sich, ob er wieder dasselbe Modell kaufen sollte oder ob es Zeit für etwas Neues war. Der Heizungsbauer, den er anrief, erwähnte beiläufig eine Warmwasser-Wärmepumpe, ein Gerät, das er selbst noch nie eingebaut hatte, von dem er aber schon öfter gehört hatte. Reinholz war skeptisch. Eine Wärmepumpe nur fürs Warmwasser, ohne die komplette Heizung umzurüsten – lohnte sich das überhaupt, und was würde ihn das am Ende kosten? Diese Frage stellen sich derzeit Tausende Hausbesitzer in Deutschland, denn die klassische Warmwasserbereitung über Strom oder Gas wird zunehmend teurer, während die Technik der Wärmepumpen immer ausgereifter und alltagstauglicher wird.
Die Kosten einer Warmwasser-Wärmepumpe im Detail
Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf eine große Preisspanne. Eine Warmwasser-Wärmepumpe, oft auch Brauchwasserwärmepumpe genannt, kostet in der Anschaffung je nach Hersteller, Speichergröße und Ausstattung zwischen etwa 1.800 und 4.500 Euro. Einfache Kompaktgeräte mit einem Speichervolumen von 200 Litern, die vor allem für kleinere Haushalte gedacht sind, liegen am unteren Ende dieser Skala. Wer sich für ein größeres Modell mit 300 Litern oder mehr entscheidet, das auch für eine vierköpfige Familie mit hohem Warmwasserbedarf ausreicht, muss mit den höheren Beträgen rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau durch einen Fachbetrieb, die sich üblicherweise zwischen 500 und 1.500 Euro bewegen, abhängig davon, ob bereits passende Anschlüsse vorhanden sind oder ob Elektrik und Rohrleitungen angepasst werden müssen. Insgesamt landet man bei einer schlüsselfertigen Installation häufig bei einer Gesamtsumme zwischen 2.500 und 6.000 Euro, wobei besonders günstige oder besonders aufwendige Projekte auch außerhalb dieses Rahmens liegen können.
Langfristige Einsparungen durch Warmwasser-Wärmepumpen
Interessant wird es, wenn man sich die laufenden Kosten genauer ansieht, denn genau hier liegt der eigentliche Vorteil dieser Technologie. Eine Warmwasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft, meist der Kellerluft oder der Außenluft über einen Luftkanal, Wärme und nutzt diese, um das Wasser im Speicher zu erhitzen. Für diesen Prozess wird zwar auch Strom benötigt, allerdings deutlich weniger als bei einem klassischen elektrischen Durchlauferhitzer oder einem Heizstab im Boiler. Während ein herkömmlicher elektrischer Warmwasserbereiter für die Erwärmung von einem Liter Wasser nahezu die komplette benötigte Energiemenge aus Strom bezieht, holt sich eine Wärmepumpe einen erheblichen Teil dieser Energie kostenlos aus der Umgebungsluft. Das Verhältnis, mit dem Fachleute hier rechnen, nennt sich Leistungszahl oder COP-Wert, und bei modernen Geräten liegt dieser häufig zwischen 3 und 4. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass aus einer Kilowattstunde eingesetztem Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme entstehen. Für eine vierköpfige Familie, die im Jahr ungefähr 3.500 Kilowattstunden thermische Energie für Warmwasser benötigt, kann sich dadurch der Stromverbrauch von möglicherweise 3.000 Kilowattstunden bei elektrischer Direkterwärmung auf unter 1.000 Kilowattstunden bei einer Wärmepumpe reduzieren. Bei aktuellen Strompreisen von etwa 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich daraus eine jährliche Ersparnis, die schnell mehrere hundert Euro ausmachen kann.
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Natürlich hängt die tatsächliche Ersparnis stark davon ab, welches System vorher genutzt wurde. Wer bislang mit einem alten Nachtspeicher-Boiler oder einem ineffizienten elektrischen Durchlauferhitzer gearbeitet hat, wird die Umstellung besonders deutlich im Portemonnaie spüren. Wer hingegen bereits eine Gasheizung mit Warmwasserbereitung betreibt, muss genauer rechnen, denn Gas ist historisch betrachtet oft günstiger pro Kilowattstunde als Strom, auch wenn sich die Preisverhältnisse in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben haben und Gaspreise durch geopolitische Entwicklungen und CO2-Bepreisung tendenziell steigen. Hier lohnt sich eine genaue Betrachtung der eigenen Verbrauchsdaten, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird. Auch die Aufstellsituation spielt eine Rolle: Eine Warmwasser-Wärmepumpe braucht einen Raum mit ausreichendem Luftvolumen, idealerweise einen unbeheizten oder wenig beheizten Kellerraum, damit sie effizient arbeiten kann und nicht versehentlich der beheizten Wohnraumluft unnötig Wärme entzieht, was wiederum die Heizkosten an anderer Stelle erhöhen würde.
Ein Aspekt, den viele Interessenten zunächst unterschätzen, ist die staatliche Förderung, die die tatsächlichen Anschaffungskosten spürbar senken kann. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse beantragen, die einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdecken. Die genauen Förderbedingungen ändern sich immer wieder, weshalb es sich lohnt, vor dem Kauf einen aktuellen Blick auf die Förderrichtlinien zu werfen oder sich von einem Energieberater beraten zu lassen. In der Praxis bedeutet das für viele Haushalte, dass sich die anfängliche Investitionssumme durch Zuschüsse um mehrere hundert bis über tausend Euro reduzieren lässt, was die Amortisationszeit deutlich verkürzt. Rechnet man alle Faktoren zusammen, also Anschaffung, Einbau, mögliche Förderung und jährliche Energieeinsparung, amortisiert sich eine Warmwasser-Wärmepumpe bei vielen Haushalten innerhalb von fünf bis zehn Jahren, wobei besonders günstige Konstellationen mit hoher Förderung und teurem Vorgängersystem auch schnellere Amortisationszeiten ermöglichen.
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Markus Reinholz entschied sich schließlich nach einigen Vergleichsangeboten für ein mittleres Modell mit 300 Litern Speichervolumen, das ihn inklusive Einbau knapp 4.200 Euro kostete, wovon er dank eines Förderantrags gut 900 Euro erstattet bekam. Sein alter Stromtarif für die Warmwasserbereitung schlug vorher mit rund 65 Euro monatlich zu Buche, mittlerweile liegt er bei etwas über 20 Euro, eine Differenz, die sich über die Jahre spürbar summiert. Sein Fall zeigt exemplarisch, was viele Energieberater bestätigen: Die Anschaffungskosten einer Warmwasser-Wärmepumpe wirken auf den ersten Blick nicht gerade niedrig, doch wer die Investition im Kontext von Förderungen, langfristigen Energiepreisen und der eigenen Verbrauchssituation betrachtet, kommt häufig zu einem überzeugenden wirtschaftlichen Ergebnis. Wer aktuell vor einer ähnlichen Entscheidung steht wie einst Reinholz vor seinem tropfenden Boiler, tut gut daran, mehrere Angebote einzuholen, die eigene Aufstellsituation prüfen zu lassen und die aktuellen Fördermöglichkeiten genau zu recherchieren, bevor die endgültige Wahl fällt.
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Bad & Sanitär Heizungsbau Klima & Lüftung WärmepumpeHäufig gestellte Fragen
Wie hoch sind die Anschaffungskosten einer Warmwasser-Wärmepumpe?
Die Anschaffungskosten liegen zwischen 1.800 und 4.500 Euro, abhängig von Hersteller und Ausstattung.
Welche laufenden Kosten entstehen bei einer Warmwasser-Wärmepumpe?
Die laufenden Kosten sind deutlich geringer als bei herkömmlichen Systemen, da ein Großteil der Wärme aus der Umgebungsluft gewonnen wird.
Gibt es staatliche Förderungen für Warmwasser-Wärmepumpen?
Ja, über die Bundesförderung für effiziente Gebäude können Zuschüsse beantragt werden, die die Kosten senken.
Wie lange dauert die Amortisation einer Warmwasser-Wärmepumpe?
Die Amortisationszeit liegt in der Regel zwischen fünf und zehn Jahren, abhängig von den individuellen Gegebenheiten.
Was sollte man bei der Installation beachten?
Die Aufstellungsbedingungen sind wichtig, da die Wärmepumpe einen Raum mit ausreichendem Luftvolumen benötigt.


