
Einbauschränke planen häufige Fehler, die viele Menschen beim Einrichten ihrer Räume übersehen. Als Sabine Krüger vor drei Jahren in ihre neue Dachgeschosswohnung zog, hatte sie einen Plan: Ein Einbauschrank sollte die komplette Schräge unter dem First ausnutzen, maßgefertigt, bis unters Dach reichend, ein Möbelstück wie gegossen für den Raum. Sie maß nach, bestellte online ein Schranksystem, das ihr in einem Forum empfohlen worden war, und wartete gespannt auf die Lieferung. Als die Teile ankamen und der erste Korpus an die Wand gestellt wurde, zeigte sich das Problem: Die Wand war an keiner Stelle wirklich gerade, die Decke fiel um fast drei Zentimeter ab, und der Schrank, der auf dem Papier perfekt gepasst hatte, klaffte oben und an der Seite auseinander. Was folgte, war ein Wochenende mit Zwischenleisten, Silikon und einem Gefühl, das viele kennen, die schon einmal einen Einbauschrank geplant haben: das leise Bedauern, nicht vorher genauer hingeschaut zu haben.
Häufige Fehler bei der Planung von Einbauschränken
Genau dieser Moment – der Punkt, an dem Theorie auf die Unebenheiten der Realität trifft – ist der Kern der meisten Fehler, die bei der Planung von Einbauschränken passieren. Wände sind selten wirklich im rechten Winkel, Böden selten komplett eben, Decken selten exakt parallel zum Fußboden. Wer nur eine einzige Maßangabe für Breite, Höhe und Tiefe notiert und den Schrank danach fertigen lässt, riskiert genau die Situation, in der Sabine sich wiederfand. Erfahrene Schreiner und Innenausstatter messen deshalb an mehreren Punkten, oben, mittig und unten, links und rechts, und gehen grundsätzlich vom kleinsten gemessenen Maß aus, wenn es um die Breite geht, und vom größten, wenn es um Unebenheiten geht, die ausgeglichen werden müssen. Diese Sorgfalt kostet zwar Zeit, sie verhindert aber genau jene unschönen Spalten und Verrenkungen, die am Ende mit Blenden kaschiert werden müssen und die man dem fertigen Möbelstück deutlich ansieht.
Die richtige Tiefe für Ihren Einbauschrank
Ein zweiter, oft unterschätzter Fehler betrifft die Tiefe des Schranks – genauer gesagt, was tatsächlich hineinpassen soll. Viele Planungen orientieren sich an Standardmaßen von 58 oder 60 Zentimetern, weil diese in Katalogen und Baumärkten am häufigsten zu finden sind. Wer jedoch bereits weiß, dass er hauptsächlich Kleiderbügel mit breiteren Schultern für Mäntel und Anzüge aufhängen möchte, oder wer Schubladen für Pullover plant, die gefaltet und nicht gerollt werden sollen, braucht mitunter mehr Tiefe, als das Standardmaß hergibt. Umgekehrt verschenken manche Bauherren wertvollen Raum, weil sie pauschal die größtmögliche Tiefe wählen, ohne zu bedenken, dass ein zu tiefer Schrank in einem schmalen Flur den Durchgang empfindlich einschränkt oder dass Fächer, die weiter als einen Armlänge von der Öffnung entfernt liegen, im Alltag kaum noch benutzt werden. Die Tiefe eines Einbauschranks ist also keine Frage des Prinzips „mehr ist besser“, sondern eine Frage der tatsächlichen Nutzung, die im Vorfeld ehrlich durchdacht werden sollte.
In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Außenanlagen anlegen häufige Fehler.
Ähnlich häufig wird die Frage der Türen unterschätzt, und zwar sowohl in praktischer als auch in räumlicher Hinsicht. Klassische Drehtüren brauchen vor dem Schrank ausreichend Platz, um komplett aufschwingen zu können, was in kleinen Räumen oder direkt neben Betten schnell zum Ärgernis wird, weil man morgens im Halbschlaf gegen die offene Tür läuft oder sie erst umständlich schließen muss, um an den Rest des Zimmers zu gelangen. Schiebetüren lösen dieses Problem, bringen aber ihre eigene Tücke mit: Sie verdecken beim Öffnen jeweils die Hälfte des Schrankinhalts, was bei einem sehr breiten Schrank mit mehreren Segmenten dazu führen kann, dass man ständig zwischen zwei oder drei Elementen hin- und herschieben muss, um an die gewünschten Kleidungsstücke zu gelangen. Wer sich für Schiebetüren entscheidet, sollte deshalb genau überlegen, wie die einzelnen Fächer dahinter angeordnet sind, damit die täglich benötigten Dinge nicht ausgerechnet hinter dem Türelement liegen, das gerade zugeschoben ist.
Neben der Tür- und Maßfrage wird ein Aspekt regelmäßig komplett vergessen, der sich erst nach dem Einbau bemerkbar macht: die Belüftung. Ein Einbauschrank, der bis an die Decke reicht und seitlich bündig mit den Wänden abschließt, schafft im Inneren ein nahezu geschlossenes Klima. Ohne kleine Lüftungsschlitze, sei es im Sockel, in der Rückwand oder in den Türblättern selbst, kann sich Feuchtigkeit stauen, besonders in Altbauwohnungen mit dünnen Außenwänden oder in Räumen, die selten gelüftet werden. Die Folge sind muffiger Geruch in der Kleidung und im schlimmsten Fall Schimmelbildung an der Rückwand, die man erst bemerkt, wenn der Schrank längst fertig montiert ist und ein Blick dahinter nur mit erheblichem Aufwand möglich wäre. Wer diesen Punkt schon in der Planungsphase mitdenkt und entsprechende Öffnungen einplant, erspart sich spätere böse Überraschungen, die sich nur schwer nachträglich beheben lassen.
Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Bodenbeschichtung Fehler vermeiden.
Ein letzter, aber keineswegs unwichtiger Fehler betrifft die zeitliche Planung im größeren Zusammenhang einer Renovierung. Wer erst den Boden verlegen, die Wände streichen und dann über den Einbauschrank nachdenken lässt, bringt sich unnötig in eine schwierige Position. Elektrische Leitungen für eine mögliche Innenbeleuchtung des Schranks, Steckdosen für Bügeleisen oder Dampfgeräte, sogar die Position von Heizkörpern und Fensterbänken – all das sollte im Idealfall schon bedacht werden, bevor die letzten Handwerksarbeiten im Raum abgeschlossen sind. Ebenso lohnt es sich, nicht nur an die aktuelle Lebenssituation zu denken, sondern auch an absehbare Veränderungen: Wächst die Familie, ändert sich der Kleidungsstil beruflich bedingt, wird vielleicht bald ein Homeoffice-Bereich im selben Raum benötigt, für den zusätzlicher Stauraum wichtig wäre. Ein Einbauschrank ist, anders als ein frei stehendes Möbelstück, kaum wieder zu verändern, ohne bauliche Spuren zu hinterlassen. Genau deshalb lohnt sich die zusätzliche Stunde Nachdenken vor dem ersten Handgriff, denn sie entscheidet oft darüber, ob ein Möbelstück Jahrzehnte lang zuverlässig seinen Zweck erfüllt oder schon nach kurzer Zeit als Kompromiss empfunden wird, mit dem man sich notgedrungen arrangiert hat. Sabine Krüger jedenfalls hat aus ihrem Dachgeschossprojekt gelernt und plant inzwischen jeden neuen Schrank mit der Wasserwaage in der einen und einer Liste ihrer tatsächlichen Bedürfnisse in der anderen Hand. Einbauschränke sind eine hervorragende Möglichkeit, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen.
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SchreinereiHäufig gestellte Fragen
Was sind häufige Fehler beim Einbauschrank planen?
Häufige Fehler sind ungenaue Maße, falsche Tiefenwahl, unpraktische Türarten und fehlende Belüftung.
Wie messe ich richtig für einen Einbauschrank?
Messen Sie an mehreren Punkten und verwenden Sie die kleinsten Maße für die Breite und die größten für Unebenheiten.
Warum ist die Tiefe eines Einbauschranks wichtig?
Die Tiefe sollte an die tatsächliche Nutzung angepasst werden, um Platz zu sparen und die Funktionalität zu gewährleisten.
Welche Türarten sind für Einbauschränke geeignet?
Drehtüren benötigen Platz zum Öffnen, während Schiebetüren weniger Platz brauchen, aber den Zugang zum Schrankinhalt erschweren können.
Wie plane ich die Belüftung eines Einbauschranks?
Planen Sie Lüftungsschlitze in der Rückwand oder den Türblättern ein, um Schimmelbildung und muffigen Geruch zu vermeiden.


