
Als Herbert Winkler an einem sonnigen Samstagmorgen den Hochdruckreiniger seines Nachbarn auslieh, ahnte er nicht, dass er in den nächsten drei Stunden einen Schaden anrichten würde, der ihn später über zweitausend Euro kosten sollte. Die Fassade seines Einfamilienhauses aus den siebziger Jahren war grau geworden, überzogen von Algen und Moos, und Herbert wollte sie endlich wieder strahlen sehen. Mit voller Kraft richtete er den Wasserstrahl auf die Putzoberfläche, arbeitete sich Stück für Stück vor – und bemerkte erst Wochen später die feinen Risse, durch die bei jedem Regen Feuchtigkeit eindrang. Was als spontane Verschönerungsaktion begonnen hatte, endete in einer aufwendigen Sanierung. Herberts Geschichte ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für einen der häufigsten Irrtümer im Umgang mit verschmutzten Hausfassaden: den Glauben, mehr Druck bedeute automatisch ein besseres Ergebnis. Die Fassadenreinigung Fehler vermeiden, ist daher von großer Bedeutung.
Der gravierendste Fehler: Zu hoher Druck
Tatsächlich ist der überhöhte Wasserdruck einer der gravierendsten Fehler bei der Fassadenreinigung. Viele Materialien, insbesondere mineralische Putze, Naturstein oder ältere Klinkerfassaden, reagieren empfindlich auf punktuelle Belastung. Wo ein sanfter, gleichmäßiger Strahl Schmutz löst, ohne die Struktur anzugreifen, hinterlässt ein zu aggressiv eingestelltes Gerät Mikrorisse, die zunächst unsichtbar bleiben. Diese Risse werden zu Einfallstoren für Wasser, das sich bei Frost ausdehnt und die Bausubstanz von innen heraus sprengt. Fachbetriebe arbeiten deshalb mit Niederdrucksystemen und passen den Druck exakt an das jeweilige Material an – eine Differenzierung, die beim Griff zum Baumarktgerät oft verloren geht. Wer selbst zur Tat schreiten möchte, sollte deshalb zunächst an einer unauffälligen Stelle testen, wie die Fassade reagiert, bevor die gesamte Wand behandelt wird.
Die Wahl der Reinigungsmittel
Ein zweiter, ebenso verbreiteter Irrtum betrifft die Wahl der Reinigungsmittel. Viele Hausbesitzer greifen zu handelsüblichen Chlorreinigern oder aggressiven Algenvernichtern in der Annahme, chemische Kraft ersetze handwerkliches Vorgehen. Doch gerade bei Fassaden mit Beschichtung oder Farbanstrich können solche Mittel die Oberfläche dauerhaft verändern: Farbpigmente bleichen aus, Beschichtungen werden porös, und was als hygienische Grundreinigung gedacht war, entpuppt sich als kostspieliger optischer Schaden. Hinzu kommt ein ökologisches Problem, das gerne übersehen wird. Reinigungsmittel, die ungehindert ins Erdreich oder in die Kanalisation gelangen, belasten Boden und Grundwasser – ein Umstand, der in manchen Kommunen inzwischen sogar genehmigungspflichtig ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, informiert sich vorab über die Verträglichkeit des gewählten Mittels mit dem vorhandenen Fassadenmaterial und klärt, ob eine Auffangvorrichtung für das Abwasser erforderlich ist.
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Der richtige Zeitpunkt für die Reinigung
Neben Druck und Chemie unterschätzen viele auch den Faktor Zeitpunkt. Eine Fassadenreinigung im Hochsommer bei praller Sonne mag verlockend erscheinen, weil das Ergebnis schnell trocknet und sichtbar wird. Tatsächlich aber trocknen Reinigungsmittel und Wasser auf der erhitzten Oberfläche viel zu rasch, wodurch Schlieren und ungleichmäßige Flecken entstehen, die sich später kaum noch beseitigen lassen. Ähnlich problematisch ist eine Reinigung bei Frost, da eindringende Feuchtigkeit in den Kapillaren des Putzes gefrieren und die Struktur sprengen kann. Erfahrene Fassadenreiniger bevorzugen deshalb bewölkte, milde Tage im Frühjahr oder Herbst, an denen die Oberfläche gleichmäßig feucht bleibt und Schmutzpartikel sich lösen können, ohne dass die Trocknung zu schnell einsetzt. Wer diesen scheinbar nebensächlichen Aspekt ignoriert, riskiert trotz korrekter Technik ein enttäuschendes optisches Resultat.
Die richtige Behandlung der Bausubstanz
Ein weiterer, oft unterschätzter Stolperstein ist die fehlende Rücksicht auf die Bausubstanz insgesamt. Nicht jede Fassade verträgt dieselbe Behandlung, und wer eine Wärmedämmverbundsystem-Fassade genauso reinigt wie eine massive Steinwand, geht ein erhebliches Risiko ein. Dämmfassaden reagieren besonders empfindlich auf Feuchtigkeit, die sich hinter der Oberfläche stauen und zu Schimmelbildung führen kann, wenn die Konstruktion nicht ausreichend Zeit zum Abtrocknen erhält. Auch historische Gebäude mit Naturstein oder Sichtfachwerk erfordern spezielles Wissen, da unsachgemäße Reinigung nicht nur die Optik, sondern auch den Substanzwert eines Hauses mindern kann. Vor jeder Reinigungsmaßnahme lohnt sich daher ein Blick in die Bauunterlagen oder ein Gespräch mit dem Architekten beziehungsweise einem spezialisierten Betrieb, um die tatsächliche Beschaffenheit der Fassade zu klären.
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Rechtliche Aspekte beachten
Schließlich spielt auch die rechtliche Dimension eine Rolle, die viele Hausbesitzer bei ihrem Vorhaben schlicht vergessen. Wer in einem Mehrfamilienhaus oder in einer Eigentümergemeinschaft lebt, benötigt für Eingriffe an der Fassade häufig die Zustimmung der Gemeinschaft, selbst wenn es sich augenscheinlich nur um eine Reinigung handelt. Auch denkmalgeschützte Gebäude unterliegen strengen Auflagen, die eine Genehmigung durch die zuständige Behörde erforderlich machen, bevor überhaupt ein Wasserstrahl die Fassade berührt. Wer diese Formalitäten übergeht, riskiert nicht nur Konflikte mit Nachbarn oder Behörden, sondern im schlimmsten Fall auch Bußgelder oder die Verpflichtung, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Herbert Winkler jedenfalls hat aus seinem Missgeschick gelernt: Bei der nächsten Fassadenreinigung beauftragte er einen Fachbetrieb, der mit angepasstem Druck, geprüften Reinigungsmitteln und dem richtigen Gespür für Material und Wetter arbeitete. Das Ergebnis überzeugte ihn nicht nur optisch, sondern auch durch die Gewissheit, dass die Bausubstanz seines Hauses keinen Schaden genommen hatte – eine Erkenntnis, die er sich beim ersten Versuch einige tausend Euro günstiger hätte einholen können. Weitere Informationen finden Sie auch auf Wikipedia.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen zu rechtlichen Fragen und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Eine Rechtsberatung im Einzelfall dürfen nur die dazu befugten Personen leisten, insbesondere Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils geltende Rechtslage.
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Gartenpflege Gebäudedienstleistung Gebäudereinigung HausmeisterserviceHäufig gestellte Fragen
Wie oft sollte eine Fassadenreinigung durchgeführt werden?
Die Häufigkeit der Fassadenreinigung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Lage des Hauses und den Witterungsbedingungen. In der Regel empfiehlt sich eine Reinigung alle 2 bis 5 Jahre.
Welche Materialien sind für die Fassadenreinigung geeignet?
Geeignete Materialien für die Fassadenreinigung sind unter anderem mineralische Putze, Klinker und Natursteine. Es ist jedoch wichtig, die spezifischen Eigenschaften des Materials zu berücksichtigen.
Was kostet eine professionelle Fassadenreinigung?
Die Kosten für eine professionelle Fassadenreinigung variieren je nach Größe der Fläche und dem Verschmutzungsgrad. Im Durchschnitt können die Preise zwischen 10 und 30 Euro pro Quadratmeter liegen.
Sind chemische Reinigungsmittel schädlich für die Umwelt?
Ja, viele chemische Reinigungsmittel können schädlich für die Umwelt sein, insbesondere wenn sie ins Erdreich oder in die Kanalisation gelangen. Ökologische Alternativen sind empfehlenswert.
Wie kann ich Schäden an meiner Fassade vermeiden?
Um Schäden an der Fassade zu vermeiden, sollten Sie die richtigen Reinigungsmethoden und -mittel wählen, den Druck anpassen und auf die Witterungsbedingungen achten.



